ANGST - ...........das gebrochene Bein der Seele

Was die Angst so alles bewirken kann...

Situation

GedankenGefühleKörperliches Empfinden
Gang in einen Unterrichtsraum ist geplant. Viele Menschen sitzen hier. Was, wenn ich dort Ärger bekomme, Streit, Schlägerei? Was, wenn ich jemanden treffe, den ich noch in schlechter Erinnerung aus der Schulzeit habe? Unsicherheit Herzklopfen
Spüren der körperlichen Reaktion. Mein Herz rast ja so schnell. Was, wenn ich jetzt umfalle? Wenn ich diese Anstrengung nicht verkrafte? Oder das Herz wegen einer Erkrankung rast?! Angst! Herz rast noch schneller. Ich atme tiefer ein, jedoch weniger aus.
Weitere Konzentration auf die körperlichen Symptome. Ich kann gar nicht mehr richtig atmen. Vielleicht hängt das mit meinem Herzen zusammen? Oder ich habe Asthma? Weiter zunehmende ANGST! Kalte Hände, kalte Füße, Kribbeln in den Gliedmaßen, Gefühl zu Ersticken, Benommenheit
Hineinsteigern in die körperlichen Symptome Ich glaube, ich muss hier raus! Hoffentlich bemerkt niemand, dass es mir schlecht geht. Was, wenn ich jetzt aufspringen muss und raus renne? Wie reagiert man dann darauf? ANGST! PANIK! Weiterhin steigernde körperliche Symptome.
Konzentration auf die Symptome Ich will hier raus! Ich kann aber nicht! Sonst kann ich vielleicht später nicht mehr hereinkommen. Und wo soll ich jetzt auch hingehen? Aber ich muss hier raus! Nur wie?! Angst! Verzweiflung! Panik! Ein sich immer mehr steigerndes Gefühl der Luftnot, Benommenheit, Lichtempfindlichkeit, Herzrasen, Schwitzen, Kribbeln in Händen und Füßen.
Weiterhin Konzentration auf den Körper. Ich will hier raus, aber ich kann nicht! Wenn ich gehe, wo soll ich hin? Und was denken dann die anderen Leute hier. Doch ich kann auch nicht bleiben, sonst falle ich um! ANGST! PANIK! VERZWEIFLUNG! Hin- und her gerissen! Von einem Augenblick zum anderen ist nichts mehr, wie es war. Ist alles real?
Stehe auf, gehe raus. Was ist los mit mir? Oh Gott, ich habe bestimmt einen Schlaganfall. Alles ist so unwirklich um mich herum, wie in einem Film. Unecht! Gefühl, völlig neben mir zu stehen. Ich bin nicht der, der gerade den Raum verlässt und von überraschten Blicken verfolgt wird. Und die Blicke sind nicht real - so mein Gefühl. Wie in Watte gepackt, oder einen Taucheranzug. Die anderen Symptome sind verschwunden. Nur das Gefühl, völlig über unbekanntes Terraint zu gehen und selbst nicht mehr ich selbst zu sein ist geblieben.
Dies war der Weg von einer Angst hin zu einer Hyperventilationsstörung, die durch zunehmende Panik entsteht und diese auch noch verstärkt.
Man muss raus aus der Situation, weg von der irrealen Bedrohung.
Doch man weiß nicht wohin und befürchtet, dann seltsam angesehen zu werden. Also bleibt man sitzen, will aber eigentlich weg.
Es ist wie eine Dampflok, die in vollen Kohlen steht, die jedoch durch die Handbremse am Losfahren gehindert wird.
Der Druck im Kessel der Lok erhöht sich mehr und mehr und entweder die Bremse versagt, oder aber der Kessel.

Hier versagt der "Kessel" und das Bewusstsein fühlt sich nicht mehr wohl in der eigenen Haut.
Also verlässt es diese und empfindet den Körper, der losrennt, als fremd, die Umgebung als irreal.
Die Augen sehen die Umgebung, doch der Geist schließt seine Augen und will nicht erkennen, in welcher Lage er sich befindet. Zu beängstigend und bedrohlich erscheint die Situation.
Diese Art des Empfindens nennt man auch Derealisation (gestörte Wahrnehmung der Umgebung, alles erscheint fremd, wie in einem Film, unwirklich,...) bzw. Depersonalisation (die Person erscheint sich selbst als fremd und hat auch das Gefühl, "neben sich zu stehen)

Weitere Symptome der Angst:
- Schwindel,

- Zittern/ Beben (innerlich wie nach außen)

- Ohrensausen

- Bedrohlich "Hell-" oder "Dunkelsehen"

- Schluckbeschwerden/ Kloß im Hals

- Herzrasen/ Bluthochdruck

- Schwarz werden vor den Augen

- Engegefühl in der Brust/ Atembeklemmung

- z.T. Extraherzschläge/ Stolpern

- Kälte-/ Hitzeschauer

- Flaues Gefühl im Magen

- weiche Knie

- Flimmern vor den Augen

- Mundtrockenheit

- Herzstiche

- Bauchschmerzen/ Durchfall

- Übelkeit/ Erbrechen

... Die Liste ist lang und
das Leiden des Betroffenen noch
länger. Deshalb ist es nicht
angebracht, einen Angstkranken als
Simulant, Phantast oder gar als
ein Sensibelchen einzustufen.

Vielmehr sollte man ihm helfen,
indem man ihn entweder beruhigt,
ablenkt - oder aber, sollte er
dies wollen, ihn einfach
während eines Anfalles in
Ruhe lässt.

In jedem Fall jedoch ist ein Phobiker
alles andere als ein "Ungeheuer" und
man sollte daher auch Menschen nicht
wie ein solches behandeln, nur weil
sie eben nicht so sind, wie andere!
Vielmehr sind sie krank - nicht mehr
und nicht weniger ist die Phobie. Und
es käme beispielsweise niemand auf
die Idee, einem Menschen vorzuwerfen, er
könne nicht gehen, nachdem er
bei einem schweren Unfall sich sein
Bein mehrfach gebrochen hat.

Und nichts anderes ist eine Angst-
erkrankung. Ein gebrochenes "Bein" der Seele.

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