Angsthasentollwut...


Die krankhafte Angst...


Wir haben den Hippocampus kennengelernt, der allerlei
Erinnerungen in sich gespeichert hat bzw. diese von der
Hirnrinde abruft.
Diese Informationen gleicht er mit gerade erlebten Szenen
ab und entscheidet so, ob ein Risiko besteht, oder nicht.
Der Hippocampus ist dafür zuständig, bestimmte
Umweltreize zu speichern. Einen Knall, einen Geruch oder
das Bild eines agressiven Hundes...
Nehmen die Sinnesorgane einen solchen Reiz wahr, prüft
der Hippocampus das Risiko, das sich in früheren Situationen
aus dem Reiz ergeben hat.

Geht z.B. jemand über die Straße, blickt auf ein - zuvor
übersehenes Auto, dessen Fahrer wild hupt - und wird der
Fußgänger beinahe angefahren, so speichert der Hippocampus
die Hupe. Hupt ein Autofahrer einige Tage später
wieder, wird der Fußgänger sich erschrocken
umblicken.
Ein Schutzreflex also! Doch man stelle sich eines vor:
Jemand läuft durch eine Straße und wird überfallen.
Der Überfallene hat nach dem Vorfall einige Möglichkeiten,
darauf zu reagieren.

- Er kann mit dem Risiko leben, wieder Opfer einer Straftat zu werden
und ändert nichts an seinem Leben.

- Er läuft nur noch in Menschen- oder Kampfhunde-Begleitung durch
die Straße.

- Er meidet die Straße, in der der Überfall geschah.

- Oder - und das ist der Beginn - er geht durch gar keine Straße
mehr, schließt sich zuhause ein...!
Wenn er doch einmal das Haus verlässt, erschreckt er bei
jedem kleinsten Geräusch, bringt evtl. schon alleine mit
einem düsteren Licht den Überfall in Verbindung.

Und was geschieht in dem Betroffenen? Schauen wir ihm doch mal
in den Hippocampus! Der vergleicht - wie schon erwähnt -
die gerade erlebte Situation mit Erinnerungen von früher.
Und siehe da - da war doch ein Überfall...!
Der Hippocampus gibt Großalarm, lässt den Körper
auf Hochtouren laufen, damit der Abwehr, Angriff oder Flucht
durchführen kann.

Gleiches gilt bei anderen Angsttypen und Angstsituationen.
Übertragen Sie doch dieses Beispiel einmal auf jemanden, der
an einer sozialen Phobie leidet. Der wurde vorher seelisch und
vielleicht auch über längere Zeit tief verletzt,
erniedrigt oder betrogen und traut nun keinem Menschen mehr
über den Weg. (sagen wir Schulterror, wie in meinem Fall)
Nun kommt dieser Mensch zu einer Party, will sich unterhalten.
Und sein netter Freund - der Hippocampus - schreit laut auf.
Das direkte Gespräch? - Nicht möglich, sich einem Menschen
zu öffnen. Also verlässt der Sozialphobiker die Feier.

Er nimmt sich vor, einen Kurs zu besuchen. Doch - siehe da! Wieder
schreit der Hippocampus auf, als er den Kursraum betritt.
Der Sozialphobiker muss sich nicht den Menschen öffnen. Doch
alleine die Schulsituation ist eine solche, die der Hippocampus
nun absolut nicht ausstehen kann und bei der in ihm die Alarm-
sirenen schrillen.

So verlässt der psychisch Kranke auch den Kurs und was bleibt
dem Armen? Nachhause zu fahren. Er steigt in den Bus. Und wieder
gibt der Hippocampus Alarm!
Ein geschlossener Raum!!! Wie in der Schule! Das Gefühl der
Ausweglosigkeit! Der Hippocampus bringt alle Räume
und Situationen mit der Schulerfahrung in Verbindung, die ihm ebenso
ausweglos erscheinen, wie seine damalige Schülersituation.
Autos, Fahrstühle, enge Räume, Flugzeuge,Busse und Bahnen.

Sie sehen - das ist der Teufelskreis unseres Freundes, der
einen so schönen Namen hat. Und der uns eigentlich
schützen soll.

Sie erkennen den Zusammenhang? Die Verzahnung der Angst?
Den hoppelnden Angsthasen mit der Toll-Wut?
Dann haben Sie den ersten Schritt getan.

Doch was tun - fragen Sie sich? Was, wenn der Angsthase
die Toll-Wut hat? Die ist bekanntlich nicht heilbar...

Nein - es gibt glücklicherweise einen Unterschied
zwischen der viralen und der psychologischen "Toll-Wut"
des Angsthasen. Sie können etwas tun.

Wechseln Sie doch zunächst einmal ihren Blickwinkel
und sehen Sie die Angst aus anderen Augen.
Nämlich aus denen eines chineischen Reisbauern, der vor
über 2.000 Jahren lebte.

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