Gedanken irren,
sie bringen Dir oft Wirren!
Bann' sie mit dem Stift!

Dieses kleine Haiku ist vielleicht nicht ganz perfekt. Doch es sagt sehr viel aus darüber, wie man Ängste und Depressionen bekämpfen kann.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine mehrwöchige Reise mitten in die Wildnis unternehmen - sagen wir, in einen tropischen Dschungel.
Was tun Sie zuvor?
Nichts? - Na dann Prost, Mahlzeit! Für all das giftige Getier, die großen Alligatoren, die Pumas und die anderen Raubtiere, die nur darauf warten, einen Festtagsschmaus auf zwei Beinen serviert zu bekommen.

In der Regel plant jemand, der ein solches Abenteuer unternehmen will, allerlei im Voraus.
Und dazu muss er zunächst einmal wissen, welche Tiere und andere Gefahren sich in dem großen Wald so tummeln.
Also schaut er nach - im Reiseführer, im Internet oder bei anderen Quellen.

Kommen wir nun zurück zur Psychologie und übertragen wir dieses Beispiel.
Der Kopf ist der Dschungel, die wilden Tiere sind die Angstgeister und Sie sind der jenige, der sich mit ihnen auseinandersetzen will oder muss.

Einen Reiseführer für Ihr tiefestes Innerstes werden Sie in der Regel nirgendwo finden. Es bleibt Ihnen also nur eines übrig.
Sie müssen sich auf die vorsichtige Expedition begeben und alle Gefahren sorgfältig auskundschaften, alle Geister in Ihrem Kopf stellen.

Nun - werden Sie jetzt vielleicht fragen. Wie soll man einen Geist stellen? Schießlich ist er unsichtbar und und unfassbar.
Außer vielleicht für einen Geisterjäger aus diversen Kinofilmen. Aber sonst...
Wie bekommt man einen Geist zu fassen?

Es gibt eine Waffe, die Geister nun absolut nicht leiden können. Bewaffnen Sie sich mit einem Stift und der Geist wird vielleicht zunächst darüber schmunzeln.
Was kann ein Stift gegen einen Geist anrichten?
Nun - ich sage Ihnen, eine ganze Menge.

Denn so ein Angstgeist hat eine bestimmte Taktik, die er immer und immer wieder verfolgt.


Seine Waffe ist es, Gedanken in Ihren Kopf hinein zu implantieren und somit ihren ganzen Körper, Ihre Seele und Ihren Geist in Angst und Schrecken zu versetzen.
Genau hier setzt nun Ihre Taktik an.
Was macht ein Angstgeist, der mit den Ängsten der Menschen spielt, wenn der Mensch selbst dem Geist die Gedankenwaffe entreißt? Wenn er jenen Gedanken packt, den der Geist als Angstauslöser stets eingesetzt hatte?
Und vor allem - was tut der Angstgeist, wenn der Mensch auf die Idee kommt, die Gedankenwaffe zu analysieren, um sich gegen diese einen Schutzschild aufzubauen?
Dann guckt er dumm - der Angstgeist. Denn hat er erst einmal seine Waffe verloren, hat man ihm auch seinen Schrecken genommen.
Und ein Angstgeist ohne Schrecken ist wie ein Tiger ohne Zähne und Klauen. Er hat verloren und kann nichts mehr anrichten.
Mit der Zeit wird er den Dschungel verlassen oder sich zumindest zur Ruhe setzen.

Mehr zur Protokollführung während einer Angsterkrankung finden Sie auch hier.

Dabei kann es nicht nur helfen, Gedanken einfach aufzuschreiben.
Es kann auch schlicht helfen, das Erlebte niederzuschreiben, das einem so sehr zugesetzt und offensichtlich den Angst- und Depressionsgeistern Tür und Tor geöffnet hatte.

Als ich meine Erlebnisse aus der Schule niederschrieb, war es schwer.
Doch es war die richtige Entscheidung - der beste Weg!

Wer etwas niederschreibt, kann nicht nur böse Geister damit bannen.


Er kann vor allem eine böse Zeit verbannen - aus seinem Kopf.
Eine niedergeschriebene Geschichte ist wie eine Kur der Seele.
Ja - fast wie eine Diät, eine Entschlackungskur. Damit wird die Seele leichter und unbeschwerter. Und sie kann auf diesem Wege wieder zu sich selbst finden.

Nun gibt es verschiedene Arten, etwas niederzuschreiben.
Schreiben Sie einfach nur drauf los, ohne jeglichen Stil zu beachten.
Sie können genausogut ihre Gedanken in Reime und Verse fassen. Gedichte können sehr gut über Erlebtes berichten und sind eine hervorragende Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken.
Oder aber Sie entschließen sich zu einem Roman. Einem persönlichen oder auch zu einem, den Sie an die Öffentlichkeit zu bringen versuchen.

Ob nun Reim, ein Bericht, ein Roman oder ein Tagebuch - es ist ganz Ihre Entscheidung!
Aber tun Sie sich einen Gefallen! Schreiben Sie, was das Zeug hält!

Ihre Seele wird es Ihnen danken!


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