Stürmische Weiten...


Etwas braute sich zusammen, zog herbei, suchte sich seinen Weg am Himmel und zudem seine Gesellschaft.

Das spürte er mehr denn je. Ein gewaltiger Sturm lud sich auf, um sich wieder entladen zu können. -
Um mit seiner Kraft das Land und das Meer zu formen. - Und dabei das eine mehr als das andere… Außerdem
nicht nur Land und Meer, sondern auch die, die es bewohnten. Die Pflanzen, die Tiere, die Menschen… - Und ihn!
Er lief und lief praktisch vor dem davon, was ihn heimzusuchen drohte, doch er konnte ihm nicht entfliehen.
Der Sturm fegte über das Land und erfasste ihn ohne jegliche Rücksicht, riss ihn mit sich. Er hatte so
etwas noch niemals zuvor erlebt und war überwältigt von der Macht des Windes. - Und von seiner Vielfalt.
Blies er ihm doch einmal in seinen Rücken, dann wehte er mal von oben, er kam von links und mal von rechts.
Und er raste ihm oft direkt von vorne entgegen, drängte sich ihm direkt auf, presste sich ins Gesicht und
durchdrang alle Kleidung, die ihn eigentlich versprach, winddicht zu sein.
Der Wind brachte auch das Wasser mit sich. KleineBlubberbläschen wehten mit großer Leichtigkeit von weit draußen
herein, kamen von dort, wo das Meer das Land berührte, trafen ihn im Gesicht.
Und auch von oben stammten einige Wassertropfen, rasten ihm entgegen, als hätten sie Zeitdruck und
schlugen ihm wahrlich ins Gesicht ein, als trägen sie Sprengstoff in sich. Das Wasser kam also mit
dem Wind… - Von oben, von unten, von links und rechts, von vorne und hinten. Und es machte ebenso nicht Halt vor
seiner wasserfesten Kleidung, die ihm den Tribut zollte, welcher nötig war.
Wind und Wasser brachten auch den Blitz mit sich - und dieser wiederum den Donner. In schwarze Hülle gepackt
raste Thor über den Horizont und warf mit den Blitzen, dass es nur so krachte. Der Donnerlärm umfing ihn und
ließ ihn erbeben. Er traf ihn von vorne, vibrierte im Rücken, schien von oben, links und rechts auf ihn einzuströmen. Und selbst seine inzwischen eilenden Fußsohlen erbebten unter dem mächtigen Schauspiel des Himmels.
Wind, Wasser, Blitz und Donner brachten die Kühle mit sich und transportieren sie zu ihm hin. Es war beinahe
herbstkalt - inmitten dieses Sommers. Die Kühle kam schneller voran als Wind, Wasser, Blitz und Donner alleine. - Kein Wunder war es, denn sie hatte schließlich als einzige alle als Verbündete. Sie schlich sich blitzschnell ein,
drang von allen Seiten herzu und wanderte durch die Kleidung. Seine Schritte beschleunigten sich weiter, er rannte
beinahe davon, doch es holte ihn ein und hielt ihn fest. Es durchdrang seine Kleidung, schien sich durch seine
Haut hindurch zu zwängen, die Zellzwischenräume zu durchdringen und sein Innerstes durchzufegen. -
Die Seele und den Kopf schien es zu erreichen und ihnen mächtig einzuheizen. - Oder besser gesagt, einzukühlen.

Nachdem es sich blitzschnell und flink wie der Wind ausgetobt hatte, raste es weiter, verschwand in der Ferne und
ließ ihn zurück. -
Dort wo er stand, die Füße im frischen Nordseewasser, laufend durch kleine Pfützen der Ebbe, blickend
an den Himmel, an dem die Sonne wieder hinter Wolken hervorblickte, die kleinen Wasserlachen der Ebbe herrlich erwärmte.

Und er stand da, den Kopf leer gefegt, die Seele erfrischt, der Frust war abgelaufen. - Und er absolut glücklich...!

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